Jetzt kritisiert sogar der WDR-Rundfunkrat das »Framing Manual« der ARD

Foto: Jacob Bøtter / flickr.com / CC BY 2.0

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk entzweit wegen »Framing Manual«

Der Streit um das umstrittene und teure »Framing Manual« der ARD geht weiter. Der WDR-Rundfunkrat sieht durch das »Framing-Manual« und die öffentliche Diskussion darüber den öffentlich-rechtlichen Rundfunk »beschädigt«. 120.000 Euro hatte das Manual zusammen mit den Workshops gekostet. Bezahlt haben dies die Rundfunkbeitrag-Zahler.

Zwar halten die Mitglieder des WDR-Rundfunkrats es für wichtig, dass die ARD aktiv mit der Öffentlichkeit kommuniziert. Doch das fragliche Sprach-Reform-Papier und die Kommunikation dessen hätten »genau das Gegenteil bewirkt und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk beschädigt« [siehe Bericht »Tagesspiegel«]. Das Papier sei »keine vernünftige Grundlage für eine Diskussion«, sagte die Europa-Parlamentarierin Petra Kammerevert bei der Gremiunssitzung. Es enthalte nicht mehr zeitgemäße linke Kampfbegriffe. Die stellvertretende Vorsitzende des Rundfunkrats, Dagmar Gaßdorf, bezeichnete das Manual gar als »Dummheit«. Sie distanzierte sich davon.

Inzwischen hat »Zeit-Online« ein Interview mit der Autorin des Manuals geführt, und zwar mit der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling. Sie zeigte sich schockiert über die öffentliche Debatte. Es sei nur ein internes Papier gewesen, wiederholte sie immer wieder.

Doch es war ein sehr teures internes Papier. Und es waren teure Workshops – mit fragwürdigen Inhalten. Was ging im Kopf der Autorin vor, als sie vorschlug, Beitragsverweigerer sollten als »Beitragshinterzieher«, als »demokratiefern«, »wortbrüchig« oder auch »illoyal« bezeichnet werden?

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*