»ARD und ZDF sind nicht frei und unabhängig«

Foto: Reporterfabrik / keine Verfügungsbeschränkung

TV-Moderator Günther Jauch äußert harsche Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland.

Seit Jahren moderiert Günther Jauch die Rate-Show »Wer wird Millionär?« bei RTL. Zu Beginn seiner TV-Karriere 1982 moderierte Jauch zunächst beim Bayrischen Rundfunk (gehört zur ARD) wie später auch beim ZDF (unter anderem »Das aktuelle Sportstudio«) zahlreiche Fernsehshows. 1990 wechselte er dann zum Privatsender RTL.

In einem bei t-online veröffentlichten Interview legte Jauch seine Beweggründe offen, warum er dem per Zwangsabgabe finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk den Rücken kehrte. Er sei, gerade was die journalistische Arbeit betreffe, »gerne unabhängig«, so Jauch. Doch mit »der Unabhängigkeit war es irgendwann schwierig«. Es hätten einfach zu viele Leute reingeredet, sagt Jauch.

ARD und ZDF sind »nicht so frei und unabhängig, wie man sie sich von der Konstruktion her vorstellen könnte«, führt Jauch weiter aus. Das liege unter anderem auch daran, dass Rundfunkräte, Verwaltungsräte und politische Parteien mitredeten. Die Sender haben »manchmal eine Schere, die sie sich selbst im Kopf zusammengebastelt haben«.

Diese Umstände sorgten dafür, dass Jauch nach vier Jahren die von 2011 in der ARD ausgestrahlte Talk-Show »Günther Jauch« im November 2015 beendete. Die Sendung hatte für den Sendeplatz (Sonntagsabends um 21.45 Uhr) relativ hohe Einschaltquoten und fand große Beachtung. Doch die permanente Einmischung der Sendeleitung in seine Arbeit waren letztlich ausschlaggebend für seinen Abschied.

Anders als viele andere TV-Moderatoren wollte Jauch sich nicht vor einen politischen Karren spannen lassen, sondern sich seine Unabhängigkeit bewahren. Im öffentlich-rechtlichen TV sah er diese Voraussetzungen nicht länger gegeben.

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